20. Tag  Deep Creek Hot Springs 

Um 6 Uhr war ich auf dem Trail. Ich wusste dass es in einigen Meilen heisse Quellen gab und ein Bad wäre nach ein paar Tagen ohne Dusche nicht schlecht. Mitte Vormittag erreichte ich dann diese Quellen und staunte nicht schlecht. Das erste was mir entgegenkam war eine spärlich bekleidete Frau. Das einzige was sie trug war eine grosse Sonnenbrille. Keine Hikerin, das sah man auf den ersten Blick. Hier in der Wildnis und das in Amerika?  Ein Mann war auch dabei. Der verdrehte jedoch nur die Augen. Auf meine Frage was ihm den fehle sagte sie, er sei dehydriert. Ich hatte jedoch eher das Gefühl, dass da einer über den Durst getrunken hat. Also nach gut 1 1/2 Std. war ich dann wieder sauber und meine Wanderung konnte weitergehen. 

Deep creek hot springs


Diesen Tag begegneten mit auch noch 2 Klapperschlangen. Ich informierte mich auch noch was bei einem Biss von einer Schlange zu tun sei. Mit dem GPS Tracker ein Alarmsignal absetzen und auf den Helikopter warten. Nur habe ich kein solcher Tracker. Ich habe bis jetzt viel mehr Schlangen gesehen als ich erwartet hätte. Auch andere Arten. Ich weiss nur nicht welche gefährlich sind und welche nicht. Ich gehe allen aus dem Weg. 

Diese hier liegt 50cm neben dem Weg und zählt vermutlich die Wanderer


Am späteren Nachmittag gab es dann noch eine Flussüberquerung. Keine Brücke weit und breit in Sicht. Der Hiker vor mir versuchte es über einen Baumstamm. Er war klitschnass als er am anderen Ufer ankam. Ich war als nächster dran. Ich habe die Schuhe, Socken und Hose ausgezogen und bin hinübergewatet.

Mat nach seinem unfreiwilligen Bad

19. Tag  Essen auf dem Trail 17.4.

Heute morgen stand ich um 5 Uhr auf und war um halb 6 Uhr auf dem Trail. Ich wollte möchlichst früh so weit als möglich kommen. Betreffen dem Food geht es mir bedeutend besser als vorher. Nicht nur Nüsse und Reis. Ich habe eine rechte Auswahl an diversen Lebensmitteln. Sogar getrocknete Erdbeeren. Nur zum trinken gibts jeweils Wasser. Ich überlege mir dann, was könnte ich heute zum Znacht kochen. (Tönt jetzt ziemlich übertrieben) dafür ist mein Lebensmittelbeutel auch schwerer geworden. 

Essen für eine Woche


Gemäss anderen Hikern brauche ich pro Tag ca. 5000 Kalorien. Wenn ich alles was ich esse zusammenzähle komme ich nie auf diese Zahl. Diesen Tag lief ich bis weit bis zum Deep Creek. Ca. 25 Meilen. Eigentlich aber auch nur weil es den ganzen späteren Nachmittag kein flaches Stück Erde gab um mein Zelt aufzustellen. Unser Lagerplatz war dann bei Meile 303. 

Auf der Brücke beim Eingang zum Deep Creek

23.Tag Wrightwood 21.4

Diesen Tag muss ich vorziehen, da ich wiederum eine riesige Gastfreundschaft erfahren darf.  Von gestern auf heute habe ich wiederum auf einem Berg geschlafen. Ca auf knapp 3000m Höhe. Danach ging es ca. 7 Meilen bis zum Highway 2 bei Meile 369. Von dort per Autostopp nach Wrightwood. Der Fahrer ( Ron) arbeitet bei der Forest Service von California und ist dort für den Brandschutz zuständig. Er fuhr mich zum post office wo sie mir dann mitteilten, dass mein Paket immer noch in Big Bear sei. So ein Mist. Anschliessend zeigte er mir noch Wrightwood und das Motel das pro Nacht 90 Dollar kostete. Wir hatten dann beide das Gefühl dass das zu teuer sei. Er anerbot sich, dass ich die 2 Tage  bei ihm wohnen könne. Nachdem auch seine Freundin zustimmte hatte ich meine Unterkunft bis Sonntag morgen. Jetzt sitze ich also frisch geduscht auf dem Sofa vor dem Kaminfeuer und schreibe meinen Blog. Meine Kleider werden auch gewaschen. Bald gibt es Nachtessen.   Morgen werde ich noch meine nächste Etappe nach Agua Dulce und weiter in die Mojave planen. Ein Paket habe ich heute bereits nach Hikertown am Rand der Mojavewüste vorausgeschickt. Dort gibt es nichts zu kaufen.

Übernachten in den Bergen von Wrightwood.

18. Tag Feuerwehr 16.4.

Wenn ich irgendwo auf der Welt in einer Stadt bin, so versuche ich jeweils bei der Feuerwehr vor Ort kurz vorbeizuschauen. Heute nach dem Morgenessen sah ich das Feuerwehrdepot von Big Bear City. Als ich dann so durch das Tor blickte wurden die Fw Leute auf mich aufmerksam. Nach meinem vorstellen wurde ich eingeladen das Depot und die Fahrzeuge anzuschauen. Feuerwehrleute auf der ganzen Welt sind irgendwie seelenverwandt. Ich denke das ist nicht verwunderlich. Die Einsatzbedingungen sind überall ähnlich und daher werden auch die gleichen Charaktereigenschaften benötigt. Was mir bei amerikanischen Fahrzeugen auffällt sind die schönen verchromten Armaturen, Hähne und Kupplungen. Auch oft vorhanden, das Sternenbanner der USA. Hinten am Fahrzeug angebracht. Wenn ich noch Kommandant der Fw Flums wäre würde ich auch eine Schweizerfahne an ein TLF montieren. Auch wir dürfen stolz auf unser Land sein. Anschliessend konnte ich im Motel noch mit Ursula und den Kindern  skypen.  Um 9 Uhr brachte mich der Motelbesitzer mit einem Auto zum Trail. Das so eine Klappermühle überhaupt noch fährt. Das Fach beim Beifahrer mit Klebeband zugeklebt. Alles defekt was defekt sein kann. Ich konnte das Fenster nicht öffnen. Alles war voller Müll. Unglaublich.  PS. Letzte Nacht um 11 Uhr war ein Autoscheinwerfer direkt auf mein Motelzimmer gerichtet.  Es war der Scheriff der direkt vor meinem Zimmer eine Frau verhaftete. Aber das ist eine andere Geschichte.  

Motel Natures Inn in Big Bear City


Jetzt bin ich bei Meile 279 mitten im Wald und schreibe an meinem Blog. In der Zwischenzeit sind wir 5 Hiker die hier ihr Zelt aufgeschlagen  haben. 

17. Tag  Big Bear City  15.4 

Heute morgen haben wir uns zu einem riesigen Frühstück getroffen und heute Abend habe ich in einem anderen Hiker Hostel ein grosses Stück Fleisch gegrillt. Also eigentlich habe ich nur das Fleisch auf den Grill gelegt und den Rest haben andere gemacht.  Man wird immer wieder irgendwo eingeladen und ich bin froh um die Gespräche. Eigentlich ist das wie Zeitung lesen. News austauschen. Irgendwoher muss man sich die Informationen beschaffen. Betreffend Trail, Wetter, Nahrung usw.  Ich hoffe auch  dass ich es mit der Verpflegung auf der nächsten Etappe besser habe. Ich starte morgen früh nach Wrightwood und hoffe dass ich für die ca. 100 Meilen max. 6-7 Tage brauche.  Gestern und heute habe ich auch die ersten paar Mal den Fahrdienst Uber benützt. Ich hab mir die App aufs Natel geladen. Ich gebe mein Abholstandort und mein Fahrziel auf einer Karte im Natel ein und falls ein Fahrer in der Region ist sehe ich das und werde abgeholt. Funktioniert meistens und ist günstig.                       

Hat eigentlich nichts mit dem Text zu tun. Bild aus Big Bear City. Gefällt mir.

16. Tag  Verpflegung  14.4 

So gefroren wie letzte Nacht habe ich seit meiner Rekrutenschule bei den Funkern nicht mehr. Geschlafen habe ich höher als bei uns der Spitzmeilen ist. Ich hab mir die letzten beiden Wochen doch einiges beigebracht wie man gut schlafen kann. Ich habe einen Seidenliner und wenn es warm ist lege ich den offenen Schlafsack wie eine Bettdecke darüber. Bei kaltem Wetter schlüpfe ich dann ganz in den Schlafsack. Bei sehr kaltem Wetter hab ich über das Fussteil die geschlossene Regenjacke und oben noch die offene Daunenjacke innerhalb von Schlafsack. 

In big Bear City muss ich meine Verpflegung anpassen. Bis jetzt gab es 1. mal am Tag etwas warmes. z. Bsp. irgend ein mexikanisches Reisgericht aus dem Beutel. Daneben noch Nüsse und ein paar Schoggiriegel.  Gestern hat mir dann eine deutsche Hikerin aufgezählt auf was man bei der Ernährung alles achten sollte. Von Proteinen über Vitaminen zu Kohlenhydraten. Damit auch der ganze Körper richtig ernährt wird. Da es in unserem Haushalt so viele Frauen hat, habe ich mich um essen nie richtig gekümmert. Für mich war immer gut gesorgt. Also von mexikanischen Reissgerichten habe ich die Nase voll. Morgen gehe ich mit einem anderen Hiker in einen grossen Laden und lasse mich beraten. 

Der Weg von heute morgen

Das wäre Ernährung


Heute Nachmittag bin ich in Big Bear City angekommen. Ich habe bereits ein grosses Steak ein Hamburger und einige Chicken nuggets gegessen. Die nächste Nacht schlafe ich das erste mal seit 2 1/2 Wochen in einem weichen warmen Bett. Gute Nacht. 

15. Tag  Zum Glück habe ich ein GPS   13.4 

Am Morgen habe ich den Wecker auf 4 Uhr gestellt. Heute ging es 14 Meilen langsam aber sicher den Berg hinauf und ich wollte möglichst weit hinauf in der Kühle des morgens. Das Wetter war gut. Darum habe ich auch nur das Innenzelt aufgestellt. Cowboy camping werde ich vermutlich nicht machen. Habe keine Lust den Schlafsack mit irgendwelchen kriechenden oder krabbelnden Viecher zu teilen. Ich weiss meine ganze Familie sagt jetzt. “ typisch Papa“.  

Unterwegs noch im stockdunkel kam mir dann plötzlich ein kleines Licht entgegen. Es war „Capa Joe“ der den Weg nicht mehr fand. Durch den vielen Schnee waren die Wege in den Stauden teilweise im Wasser und das dieser Teil vom Trail letztes Jahr wegen eines grossen Waldbrand geschlossen war war der Weg im Dunkel ohne exaktes GPS nicht mehr zu finden.  Teilweise war wegen dem Wasser auch der Weg weggerissen. 

Wo ist der Weg?

Nach Waldbrand und ohne Vegetation hält der Hang nicht mehr


Bis am Abend schaffte ich es doch hinauf auf den Berg. Bei Meile 243.5 schlug ich dann das Nachtlager auf fast 9000 Fuss auf. 

14. Tag  zum Mission River 

Die letzte Nacht habe ich wieder allein in einem leeren Flussbett übernachtet. Hier fliesst nur alle 10 Jahre Wasser. Am Morgen machte ich mich früh auf den Weg. Zuerst ging es über einen kleinen Pass und hinten wieder hinunter zu einem kleinen ein paar 100m breiten Tal welches eigentlich nur eine weitläufige Flusslandschaft bestehend aus weissen Steinen, Geröll und Sand. Dazwischen überall Sträucher. Der Fluss selber ist ein kleines Gewässer. Kleiner als der Schilsbach in Flums.

An diesem Bach füllten wir unsere Flaschen wieder auf und nach einer kleinen Pause ging es über die nächste Hügellandschaft zum Mission River.  Dort übernachtete ich mit einigen anderen Hikern. 

Whitewater River mit Tal

Lagerplatz am Mission River

13. Tag  Den Berg hinunter 

Ich glaube ich bin in meinem Leben noch nie so lange einen Berg hinuntergelaufen wie heute. Ca 16 Meilen ging es im Zickzack den Berg hinunter. Von knapp 8000 Fuss auf ein paar 100 Fuss und jetzt bin ich wieder in einer komplett anderen Gegend. Wir querten danach noch eine knochentrockene Ebene die noch nicht so lange teilweise überflutet gewesen war. Das heisst wir liefen die ganze Zeit in irgendeinem weitläufigen Flussbett ohne jegliches Wasser. Unter einer Eisenbahnbrücke gab es dann noch eine Überraschung. Trail Angels hatten Wasser, Essen und ein paar Erdbeeren aufgestellt. Zu Hause würde ich solche Erdbeeren sicher nicht mehr essen. Hier schon. 

Der einzige Schatten im Umkreis von Meilen

12. Tag  Zu gefährlich? 10.4. 

Von Idyllwild aus wollte ich wieder auf den Trail einsteigen. Nur wo? Ca. 7 Meilen waren aufgrund des grossen Schneefalls vom letzten Winter nur mit Bergschuhen, Eiskrallen und Eispickel zu durchqueren. Fuller ridges war ein Nordhang auf ca. 8000 fuss Höhe und falls man ausschlipft gehts ein paar 100m den Hang hinunter. Ich habe die richtige Ausrüstung nicht bei mir und so habe ich mich für eine Ausweichsroute entschieden. Über die Black Mountain. Geschlafen habe ich an einem schönen windgeschützten Ort. Damit ich wegen dem Wind oder allfälligen Geräuschen von Wildtieren nicht jedesmal aus dem Schlaf aufschrecke habe ich Ohrenstöpsel in die Ohren gesteckt. So ganz an das Alleinsein bin ich noch nicht gewohnt.  Morgen früh werde ich bei Meile 190 wieder auf den PCT kommen. 

Schnee auf 2500m Höhe