11.Tag Sonntag und Zero Day

Eigentlich sollt man ja an einem Sonntag nicht arbeiten und das habe ich heute auch gemacht. Gestern Abend habe ich noch gesehen das es in Idyllwild heute morgen eine Presbytertianische Messe gibt und so habe ich beschlossen diese zu besuchen. Ich wusste nicht viel mehr als dass es auch Christen sind, Protestanten und ursprünglich aus England stammen. Ich ging dann recht neugierig in diese Kirche und hoffte, dass sie mich nicht gleich hinauswarfen. Stattdessen wurde ich begrüsst und gefragt, woher ich komme. Aus der Schweiz? Die einen versuchten auf deutsch  mit mir zu sprechen und erzählten mir ihre Geschichten wie sie das Leben so schreibt. Von einer alten Frau habe ich erfahren, Sie stammt aus Warschau,  dass Sie von 1945 – 49 in verschiedenen Kinderheimen unter anderem in Trogen in der Schweiz lebte. Später wurde Sie in die USA gebracht und lebt heute in Idyllwild. Ein 77 jähriger Mann erzählte mir dass er in jungen Jahren in der Schweiz eine fliegerische Weiterbildung machte und dabei auch Hermann Geiger einen schweizerischen Flugpionier kennenlernte und mit ihm auch flog. Er fliegt heute noch ca. 10 Tage pro Monat und macht dabei Flugaufnahmen. 

Der Pastor vermittelte die Bibel auf eine sehr gute sogar mir verständliche Art und Weise. 

10. Tag  Dank an Ursula 8.4.

Heute möchte ich Ursula danken. Ich denke jeder weiss von wem ich rede. Natürlich gehört der Dank auch allen anderen die es möglich machen, dass ich diese Reise, diese Wanderung durchführen kann. Die Kinder, die Mitarbeiter in der Firma die meine Arbeit ebenfalls erledigen müssen. Und alle Verwandten und Bekannten die in irgendeiner Form helfen.   Vor allem aber gilt mein Dank an Ursula die mich das spezielle Abenteuer machen lässt. Überhaupt nicht selbstverständlich. Sie muss Zuhause und im Geschäft  weiter arbeiten während ich eigentlich „nichts“ mache. Ich habe gestern Fotos von Blumen gemacht und schicke Dir nun einen „digitalen“ Blumenstrauss. 

9. Tag / Der längste Tag 

Jedenfalls bis jetzt. Heute morgen früh im dunkeln startete ich. Nach einigen Meilen traf ich unterwegs noch Candido der mir erzählte wie weit er gehen wollte und dass er am Abend beim paradise cafe von seinem Bruder abgeholt werde. Er schlief unterwegs in den Bergen. Ich überlegte mir ebenfalls so weit zu gehen und mit ihm am Abend im paradise cafe etwas zu trinken. Das bedeutete jedoch für mich 25 Meilen (~40km) in den Bergen auf und ab mit ca. 17 kg Gepäck. Das Wetter war gut. Meistens sonnig. Nicht zu heiss. Eigentlich plant man immer von Wasserstandort zum nächsten. Das heisst wenn der nächste Wasserstandort 9 Meilen weg ist braucht man so ca. 2-3 lt. Wasser. Beim 2 ten mal wassernachfüllen aus einem Bächlein (Rinnsal) war das Wasser nach dem filtern immer noch ein wenig gelblich, aber trinkbar. Manchmal bestand der Wasserstandort auch wieder aus vielen Wasserbehältern oder einem Tank. Schlussendlich schaffte ich die 25 Meilen bis um 18.30 Uhr. Leider wieder mit einer neuen Blase am rechten Fuss. Anstatt nach Idyllwild zu gehen wurde ich von Hugo dem Bruder von Condido eingeladen bei Ihnen zu wohnen. Mir ging es richtig gut. Eine dusche, super essen und ein Bett im Wohnwagen. Was will man mehr. 

Jenny und Hugo in Anza California

Die Landschaft ist wild aber wunderschön.

Wasser von Trail Angels

8.Tag Mike’s place 6.4.

Heute wanderte ich zuerst über weite Weideflächen später über einen lockeren Wald mit riesigen alten Bäumen. In diesem Wald wird nichts herausgenommen. Umgefallene Bäume bleiben liegen und bilden wieder die Grundlage für andere Pflanzen und Tiere. Dazwischen eine grosse sandige  Flusslandschaft. Normalerweise staubtrocken. Jetzt aufgrund der enormen Niederschläge vom letzten Winter teilweise von einem kleinen Bach durchflossen. Am Nachmittag ging es immer höher bis auf ca. 1600m ü M. Bei Meile 127.2 lag dann ein unscheinbares handgemaltes Schild am Boden. Miles’s place. Dort gab es zuerst Wasser aus einem Tank. Später Pizza, Bier und Whiskey. Die Leute dort verpflegen die Hiker für ein kleines Entgelt. Eigentlich kam ich mir vor wie in einer Hippie Kommune aus den 70er Jahren, und ich war dann halt ein alt Hippie. Aus dem trinken und rauchen habe ich mich herausgehalten, fast. Irgendwann musste ich dann doch noch mit Whiskey anstossen. In einem alten Gewürzglas. 

Mike, place in den Bergen

Josh der Pizzakoch in seiner Outdoor Küche

7. Tag Ruhetag 5.4.

Heute war ich um 5 Uhr auf den Beinen. Alles zusammenpacken, Zelt einpacken. Das alles geht schon recht gut. Mein Morgenessen esse ich zwischendurch. Hikeressen. (Studentenfutter) und Wasser. Anfangs ist noch alles dunkel und ich habe teilweise Mühe den Weg zu finden. Heute geht es nur ca. 10 Meilen bis Warner Springs. Um 9 Uhr war ich bereits dort. Unterwegs kam ich noch am Eagle Rock vorbei.Ein alter indianischer Kultplatz. 

Steinformation in Form eines Adlers


Heute habe ich den Tag damit verbracht die Wäsche zu waschen, duschen, draussen in einem Holzverschlag mit einem Kessel Wasser. Am Mittag gab es ein riesiger Hamburger.  Ebenfalls habe ich alle vorbereiteten Blog Beiträge noch fertiggeschrieben mit Photos versehen und veröffentlicht. Dass die Beiträge nicht in der richtigen Reihenfolge sind habe ich leider nicht richtig im Griff. 

Mein erstes richtiges Essen nach 1 Woche

Wäschewaschen und duschen auf dem Trail

5.Tag Trail Angels 3.4.

Heute ging es weiter durch die staubtrockene Gegend. Oft bläst der Wind und dann muss man gut aufpassen, dass man nicht vom Trail geblasen wird. Ietzte Nacht hatten wir ein windiger Platz zum Zelten gefunden. In der Nacht stand ich einmal auf um zu sehen ob die Steine  noch auf den Heringen sind. Mit Ohrenstöpsel konnte ich danach schlafen. Wenn man die Schläge auf das Zelt hört, denke ich jedesmal es kracht alles zusammen.  In der Wüste durch die ich laufe ist alles sehr farbig. Alle Kakteen blühen in allen Farben. Ebenfalls viele Sträucher und Blumen. Am späteren Nachmittag hat mir dann noch eine Klapperschlange einen Riesenschreck eingejagt. Ich bin mit dem Schuh keine 30cm neben der Schlange aufgetreten. Erst dann habe ich sie bemerkt. Meines Erachtens sind diese Tiere gar nicht scheu und man muss gut aufpassen. Heute Abend habe ich bei Meile 80 auf einem Berg das Zelt aufgestellt. Die nächste Wasserstelle ist bei Meile 91.2. ich habe noch 4 Liter dabei. 

Die Wüste blüht in allen Farben.

Wasserdepot von Trail Angels eingerichtet.

6 Tag Begegnungen 4.4.

Heute ging es in den Bergen weiter Richtung Barrel  Springs bei Meile 101.2. unterwegs habe ich Hiker eingeholt oder wurde selber überholt. Daraus ergeben sich manchmal kurze Gespräche oder auch längere wie das mit Condido einem ehemaligen Marine und später bei der border control. Jetzt mit 53 Jahren pensioniert.   Die Wüste zeigt sich immer noch in allen Farben. Ich versuche mit den Augen so viele Eindrücke aufzunehmen als möglich. Das lenkt auch ein bisschen von meinen Blasen an den Füssen ab.  So weit wie heute bin ich seit meiner Zeit im Militär nie mehr gelaufen. 22meilen. (ca. 36 km)  am Abend esse ich jeweils warm. Heute gab es Risotto. Superfein. Fast wie zuhause. 

Wegweiser zum Wasser

Farbige Wüste

4.Tag  Abseits der Zivilisation 

Heute sind wir von Meile 46 bis Meile 64 gelaufen. Knapp 30 km. Gepäck ca. 16-17 kg. Mobiltelefonie und Internet,  Fehlanzeige.  Ich habe bei T mobile  eine prepaid Karte gekauft. Aber hier gibt es meilenweit keine Antenne, kein Haus und auch kaum Strassen. So kann ich auch mein Blog nicht ins Internet stellen. Die nächsten 3 Tage bis wir nach Warner Springs kommen bleibt das vermutlich auch so. Ich schreibe aber jeden Abend vor dem einschlafen einen kleinen Text. Vorläufig als mein persönliches Tagebuch. Mir geht es recht gut. In der Zwischenzeit habe ich eine 3. Blase am Fuss. Betreffend Hygiene versuche ich mich so gut als möglich mit dem bisschen Wasser zu organisieren. Ich freue mich auf die erste Dusche nach einer Woche in Warner Springs. 

Trinkwassergewinnung


Alles Trinkwasser in der Natur muss gefiltert werden. Ich verwende dazu einen kleinen Filter mit einer so feinporigen Struktur dass irgendwelcher Dreck sowie auch Bakterien im Wasser nicht durchgehen. Mit einer Plastikspritze kann ich ihn von Zeit zu Zeit rückspülen. 

3. Tag  Mount Laguna 1.4.

Um 6 Uhr haben wir abgemacht aufzustehen. Um halb 6 Uhr kroch ich aus dem Zelt. Ich musste mich bewegen um warm zu werden. Vor 7 Uhr waren wir auf dem Trail. Bis Mittag waren wir auf Mount Laguna. Unserem ersten Verpflegungshalt. Ich habe mich bis jetzt nicht um eine Verpflegungsplanung gekümmert. Jetzt wird es ernst. Ein Teil unserer Gruppe möchte ohne Zwischenhalt von hier aus nach Warner Springs. Das heisst von Meile 46 bis Meile 110 ohne Verpflegungshalt und wenig Möglichkeiten für Wasser. Ich habe mir gedacht,was die können kann ich auch. Hoffentlich halte ich das durch. Das einzig gute daran ist, dass wir einen erfahrenen Hiker dabei haben. Mit den Füssen habe ich es recht gut. Einzig 2 kleine Blasen jeweils an den kleinen Zehen. 

Mein vorläufiges Zuhause

Der Ausrüster auf Mount Laguna

1. Tag  Gastfreundschaft 30.3.

Eigentlich wollte ich als Titel schreiben „die Wüste lebt“  dann habe ich aber 2 Schweizer getroffen. Sepp und Josi und ihnen gilt mein Titel vom heutigen Tag.     Nun aber derReihe nach. Um halb 8 Uhr brachte mich Art Gary an das südliche PCT Monument an der mexikanischen Grenze.  Dort wartete jemand um einem zu registrieren nachdem ich mich im Buch eingetragen hatte gings dann nach Norden, die ersten paar Meter begleitet von Art der meinte er hätte schon manche Dummheit gemacht aber nicht so was. 

An diesem ersten Tag in der Wüste habe ich viele Tiere gesehen. Hasen, Eidechsen, Käfer, diverse Busarde, Kolibris, und Schlangen, eine schwarze, die war wie der Blitz vom Weg verschwunden  und 2 Klapperschlangen welche recht widerwillig den Weg freimachten. Ausweichen konnte ich nicht. Links und rechts Felsen und Gebüsch. 

Nach 20 langen Meilen (33.2km) kamen wir dann auf dem campground lake morena an. Nach dem anmelden lief ich über den Platz und wurde auf deutsch von Sepp angesprochen. Ich habe am Rucksack eine Schweizer Fahne befestigt und daraus schloss er dass ich Schweizer sei. Ich wurde dann von beiden zu einem Znacht eingeladen. Auch konnte ich mein Zelt auf ihrem Platz aufstellen und am Morgen wurde dann aus dem angebotenen Kaffee ein gutes Morgenessen. 

Sepp und Josi aus der Schweiz.

Die erste von diversen Klapperschlangen.

Neben mir Art welcher mich zur Grenze fuhr.