61.Tag. Memorialday in den USA 29.5.

Heute ist Memorialday in den USA. Es wird den gefallenen und vermissten US Soldaten gedacht. Da die Post wegen dem Memorialday in den USA geschlossen hat muss ich noch einen ganzen Tag in Sierra City bleiben. Das Hotel in dem ich das Zimmer habe, ist von aussen gesehen eine Bruchbude. Ein typischer Wild West Bau aus Holz. Gegen die Strasse hin hat es im 3.Stock sogar noch Fenster. Die Fassade suggeriert ein Stock mehr als es effektiv gibt. Hinter den Fenstern gibt es jedoch gar nichts. Das Zimmer selber ist sehr einfach aber schön eingerichtet und sauber. In der Zwischenzeit habe ich noch einen Untermieter. Eco mein momentaner Mithiker. Der kann aber auf dem Boden schlafen da er nichts zahlen kann.  Vor 2 Wochen hat er sich schon einmal verabschiedet um arbeiten zu gehen, plötzlich war er wieder auf dem Trail. Das Zimmer hat auch nur ein grosses Bett. Um nicht nur herumzusitzen haben wir heute eine Reko. Tour in die Berge unternommen. Jetzt wissen wir jedenfalls wie wir am besten in die Berge kommen und ab welcher Höhe und auf welche Seite, Südhang, Nordhang es Schnee hat. Morgen um 10 Uhr öffnet endlich das post Office und danach gehts in die Berge Richtung Quincy und Belden. 

Glocke für Feueralarm.

Mein Hotel in Sierra City. Aussen nicht sehr ansehnlich. Gute einfache Küche und Zimmer.

60.Tag   Sierra City 28.5.

Morgens um 3 Uhr war Abfahrt vom Campingplatz in Bishop um nach Sierra City zu gelangen. Eine mehrstündige Fahrt durch die Berge in Richtung Norden. Es hat einfach zu viel Schnee und die meisten Hiker gehen mit Bus oder Mietauto in Richtung Norden. Ich bin froh, dass ich über den Forester Pass ging. Aber ohne Schneeschuhe kann man bis 9 Uhr vormittag laufen. Danach ist ein vorwärtskommen fast nicht mehr möglich. Je länger je gefährlicher sind auch die flussquerungen. Die Schneebrücken werden weich und die Flusspegel steigen. Wasser zum trinken ist definitiv kein Problem mehr.  Schnee hat es auch hier noch. Aber er wird weniger, da die Berge nicht mehr ganz so hoch sind und jeder Tag ein wenig davon schmilzt. 

Der Laden von Larry Breed in Sierra City. Man bekommt hier alles notwendige zum Leben. Verpflegung, einfache Menü, Internet WiFi, Ich habe kein Netz in dieser Gegend.

59.Tag  Parade in Bishop 27.5.

Heute war der grosse Tag an den Mule Days in Bishop. Um 10 Uhr waren die Strassen gesäumt mit Zuschauern. Was mir aufgefallen ist, dass die meisten Zuschauer Stühle mitgebracht haben. Typisch Amerikaner. Zu allem sitzen, die einen hätten es bitter nötig sich ein wenig mehr zu bewegen. Die Parade oder wir würden sagen der Umzug war sehr schön. Geprägt von Mulis. Mit Kutschen, Säumerkolonnen, Lasttransporte usw. Die Muli wurden vor dem Autozeitalter für alle Transporte genutzt. Vor allem in dieser weitläufigen Gegend.  Nach der Parade musste der Bruder von Candido noch der abgebrochene Seiten, Rückspiegel reparieren. Wieso einfach wenn es kompliziert auch geht. Am Abend waren wir dann bei der Grossfamilie Villalobos Hugo (Bruder von Candido) zum grillieren eingeladen. Es sind Amerikaner welche ursprünglich aus Mexiko stammen. Kalifornien war früher sowieso Mexikanisch. Das war ein schönes Fest und für einige mit viel Kopfweh verbunden am nächsten Tag.


 

58.Tag   Warten in Bishop 26.5.

Es war ein langwieriger Tag. Warten auf dem Campingplatz. Viel essen, zuhause würde das einiges mehr kosten so viel Fleisch einkaufen und zu essen. Vickie Lamoureux brachte uns nach Bishop, und später auch zurück, um die Einkäufe für die nächsten Tage und Wochen zu erledigen. Sie ist eine Feuer Beobachterin. Sie ist für 3 Tage irgendwo in den Bergen auf einer Ranger Station und muss alle 15 Minuten die Gegend nach einem allfälligen Wilderness Feuer kontrollieren. Danach hat sie 2-3 Tage frei. Ich kaufte auch noch Stoff um meine Gamaschen zu reparieren und bei einem Barber liess ich mir die Haare schneiden und den Bart in Ordnung bringen. So sehe ich ein bisschen anständiger aus für das Fest von morgen Abend. 

Habe ich gekauft um auszuprobieren. Claudia kennt diesen Namen besser.

Reparatur meiner Gamaschen. Meine Mutter wäre mit dem Resultat wahrscheinlich nicht zufrieden, aber es hält.

57.Tag  Manzanar  25.5.

Bill McGregor ein Freund von Terry Kenney (alles alte Marines die sich aus Vietnam her kennen) brachte Arrow und Navigator zurück auf den Trail. Ich wusste, dass es ganz in der Nähe von dort während des 2. Weltkrieg ein Internierungslager für japanischstämmige Amerikaner gab. So fragte ich Bill ob wir uns das anschauen könnten. Das Lager Manzanar in der Nähe von Independens im Ovens Valley. Die Amerikaner hatten Angst dass diese Leute mit den Japanern kollaborieren und internierten kurzerhand ca. 120000 Personen entlang der Westküste der USA in 10 solchen Lagern. Wir wurden sehr freundlich empfangen und konnten sogar einen Film anschauen. Danach wurde uns von einem Überlebenden vieles erklärt und Fragen beantwortet. Am Nachmittag gingen wir dann auf auf einen Campingplatz in der Nähe von Bishop. 

Gedenkstein und angrenzendem Friedhof vom Lager Manzanar.

56.Tag   Internetprobleme   24.5.

Diesen Ruhetag wollte ich nutzen um Wäsche zu waschen, etwas einkaufen, Ausrüstung komplettieren und vor allem einmal den Blog nachzuführen. Dies gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht. Auf dem Prospekt des Motel stand free Internet. Auf meine erste Reklamation am Vorabend, sagte mir der Geschäftsführer, dass am anderen Tag, das heisst heute die WiFi Anlage repariert werde. Als zwischendurch funktionierte ja das ganze so schlecht und recht. 1 Sender im Hof für das ganze Motel?  Ich lies nicht locker und wollte wissen wann das erledigt wird denn ich vermutete, dass die jedem sagen es wird den nächsten Tag repariert. Es wurde dann lauter in Office (die ganze Konversation gebe ich hier besser nicht wieder)  und irgendwann hatte ich die Zeit von 9 Uhr vormittags. Ich habe ihm auch gedroht dass wir alle das Motel wechseln und das veröffentlichen werden. Mitte Vormittag kamen dann tatsächlich 2 Fahrzeuge von einer Internet Firma. Nach einer längeren Diskussion sind die wieder gegangen. Gemacht haben sie dann gar nichts. Später ging ich dann nochmals ins Office, habe dem Chef gesagt dass ich etwas selber versuche. Nach einem reset der Anlage funktionierte das Internet recht gut. Ich konnte längere Zeit gut arbeiten. Auch Wäsche waschen kann teuer sein. Für einen Waschgang mit Tumblern zog die gute Frau bei Candido 20 Dollar ein. Nach einer Reklamation bei ihrem Mann gab er uns 10 Dollar zurück. Am Abend wurde im Hof vom Motel grilliert und über die vergangene Tour gesprochen. 

Internetprobleme

55.Tag  nach Independens 23.5.

Heute morgen habe ich mich das erste mal gefreut, als der Wecker um 4 Uhr läutete. So gefroren habe ich schon lange nicht mehr. In der Nacht habe ich alle Kleider und Jacke welche ich zur Verfügung hatte in den Schlafsack gestopft und unter mich gelegt. Das Zelt stand auf dem Schnee und die Kälte kroch fühlbar von unten in meinen Schlafsack. Der Weg führte uns heute über den Kersargepass zum Onion Valley. Als wir beim Pass dann endlich oben standen merkten wir dass wir uns mit dem Pass geirrt hatten. Wir standen rund 400m zu weit rechts auf der Bergkante. Um zum richtigen Pass zu gelangen mussten wir über ein grosses Schneefeld absteigen und danach wieder aufsteigen. Direkt auf der Bergkante zum Kersargepass zu gelangen erschien mir zu gefährlich. Mitte Nachmittag erreichten wir dann das Onion Valley wo wir getrennt per Autostop versuchten nach Independens zu kommen. Ich fuhr mit Alex Stenzel einem ausgewanderten Deutschen mit. Eine sehr spezielle Persönlichkeit und Künstler. Auf den Bergen war am Morgen alles gefroren und als ich in Independens aus dem Auto stieg wurde ich von der Hitze fast erschlagen. 33Grad Unterkunft fanden wir in einem sehr schlecht geführten Motel. 

In der Mitte Alex Stenzel mit welchem ich nach Independens kam


Mein Frühstück. Haferflocken mit Früchten.