51.Tag  Chicken Spring Lake 19.5.

Heute Nachmittag sind wir beim Cottonwood Pass vorbeigelaufen. Der Trail geht auf und ab. Eigentlich ist es kein Weg mehr, nur noch Schnee. Manchmal mehrere Meter dick. Wir laufen in einer Höhe um die 11000 Fuss oder höher. Unser Camp haben wir dann am Nachmittag beim Chicken spring Lake aufgeschlagen. Auf dem einzigen schneefreien Platz weit herum. Für Wasser hackte ich ein Loch ins Eis vom kleinen See. Waschen konnte ich mich auch an diesem Loch im Eis, wobei das Waschtuch jedoch fast einfror. ( und ich auch)  Heute machten wir nur 13.6 Meilen. Es ist jedoch sehr streng zum laufen. Bei jedem 2. Schritt bricht man durch die oberste kompakte Schneeschicht ein. Morgen früh haben wir abgemacht, dass wir um 5 Uhr auf den Trail gehen. Dann ist es einfacher zu laufen. Es ist alles gefroren und man bricht nicht im Schnee ein. 

In der Gruppe läuft es sich sicherer in den Bergen


Wasser holen und filtern aus dem See. Das Eis ist ca 15cm dick.


Camp beim Chicken Spring Lake.

50. Tag  Richtung Norden 18.5.

 Ich bin im Zelt. Es ist 18.20 Uhr. Ich bin am schreiben von meinem Blog. Kann aber wieder  nicht veröffentlichen, da ich hier oben kein Internet habe. Wir haben einen schönen Platz zum kampieren im Bergwald. Höhe 10400 Fuss, bei Meile 737.6. Man merkt die Höhe beim laufen, jedenfalls ich.  Jetzt wo zusätzlich noch ein Bärenkanister mitgeschleppt werden muss. Essen habe ich für 8-9 Tage dabei und ich esse viel. Das heisst ich habe eine Menge zu schleppen.  In der Nacht hat es Temperaturen so um die 6-7 minus.  

Aussicht auf die weitläufigen Berglandschaft der Sierra

49. Tag  in die Berge 17.5.

Mit Candido zusammen ging ich bis ca. 20 Meilen nach Kennedy Meadows wo wir am späteren Nachmittag die anderen Hiker für die  Bergtour der nächsten Tage treffen wollten. Vorläufig waren wir dann zu fünft. Dazu kamen noch ein Paar aus Deutschland. Arrow und Navigator und ebenfalls aus Deutschland Mozart. Zusammen wollten wir es wagen. Am Morgen war alles noch trocken und heiss. Je höher wir kamen umso mehr und grössere Schneeflecken es hatte als wir unser Lagerplatz suchten hatten wir bereits Mühe ein flecken ohne Schnee zu finden. Die Höhe des Lagers war bei knapp 10000 Fuss. Um 17 Uhr waren wir dann vollzählig. 

Erste Schneeflecken im Bergwald.

49.Tag  Schnee  17.5.

Um 15 Uhr waren wir bei den gut 20 Meilen angekommen wo wir auf weitere Hiker warteten um zusammen durch die Berge zu gehen. Ein Paar aus Deutschland Navigator und Arrow waren dabei und ebenfalls aus Deutschland Mozart. Unser Lager haben wir auf knapp 10000 Fuss aufgeschlagen. Die letzten paar hundert Meter gings durch den Schnee hinauf. Einen Weg suchen ist sinnlos, der liegt irgendwo unter den Schnee. Wasser hat es überall. Um meine Füsse abzuhärten stehe ich in den Schnee. Unsere jüngste,  Nadja kann das viel länger. 

Am Nachmittag bereits die ersten Schneeflecken

48.Tag  Vorbereitung auf High Sierra   16.5. 

Das Wetter hat sich wieder gebessert und wir wollten mitte Nachmittag in einer kleineren Gruppe in die Berge aufbrechen. Alles passte, das Wetter, die Ausrüstung und auch die Gruppe. Ich nahm in die sehr provisorische Freiluftdusche hinter dem Haus noch meine Kleider mit und wusch sie gleich mit. Nicht einmal die Türe vorne konnte man schliessen. Es gibt schlimmeres. Ab hier musste jeder Hiker sein essen für die ca. 8 Tage in einer Bärenbox verstauen. 1. die Box bedeutet wieder zusätzliches Gewicht. 2. wie soll ich all dieses essen hier hineinquetschen?  Ich habe dann das Essen welches nicht mehr in den Kanister passte in meinem Essenssack verstaut und dieser an einen Baum gehängt damit kein Bär darankam. Mitte Nachmittag brachen wir dann schwerbeladen in Richtung High Sierra auf. Keine Ahnung wie schwer der Rucksack war, aber sicher einiges über 20 kg. Nach ca. 8 Meilen stellten wir an einem kleinen Bächlein die Zelte auf. Gemäss Water Report sollte das Bächlein trocken sein. Wieder einmal vergebens 3 Liter Wasser herausgeschleppt. 

Pan Cakes im nahe gelegenen Restaurant Grumpy Bear

Viel Wasser in den Bächen

In der Nacht war der Wind teilweise so stark dass er mir die Heringe aus dem Boden riss.

47.Tag   Warten und frieren 15.5

Heute war ein Tag an dem ich ein wenig die Geduld lernen konnte oder musste. Gerne wäre ich in die Berge aufgebrochen. Am Morgen war das Wetter eigentlich noch recht gut, in der Ferne war es jedoch schon recht dunkel am Himmel. Mitte Vormittag setzte dann auch in Kennedy Meadows der Schneefall ein und um die Mittagszeit war alles weiss und ich musste den schweren nassen Schnee vom Zelt schütteln und das Mitte Mai. Im General Store hatte es einen alten Holzofen. Von den Hikern sassen dauern ein paar um den Ofen herum um sich zu wärmen, erzählten sich Geschichten und trockneten die Socken und Kleider. Also einfach gesagt. Diesen Tag habe ich nicht viel mehr gemacht als essen, reden und ein wenig englisch lernen. ich habe mir auch einmal überlegt wer überhaupt den PCT läuft. 3/4 sind jüngere Leute und der Rest etwa in meinem Alter oder älter. Es hat auch Mitläufer darunter die überall am Trail entlang für ein paar Dollar oder Essen etwas helfen. Gestern habe ich mit einem Hiker gesprochen welcher sich als pensioniert bezeichnete. Er war aber sicher 10 Jahre jünger als ich. Er habe für verschiedeneSicherheitsfirmen im Ausland vor allem im Irak gearbeitet. Ein Söldner also.  Wenn man sich umhört findet man hier die interessantesten Geschichten. 

Juniorchef ganz locker an der Kasse.

Der alte Holzofen war das Zentrum von Kennedy Meadows

Die Elektroinstallaionen sind ziemlich in die Jahre gekommen.

46.Tag  wie weiter?  14.5. 

Heute war erholen und viel essen angesagt. Mich beschäftigte auch wie es weitergeht. In die Sierra mit so viel Schnee wie seit 22 Jahren nicht mehr, was vermutlich nicht ganz ungefährlich ist oder ins Tal und die High Sierra überspringen um sie am Schluss zu machen. Am frühen Nachmittag trafen noch deutsche Hiker ein (Navigator und Arrow) und irgendwann stand dann mein Entschluss fest dass ich mindestens den ersten Teil der Sierra machen will oder es jedenfalls versuche. Ich habe bei REI eine Eisaxt und Eiskrallen bestellt. Diese sind nun eingetroffen. Habe noch nie damit gearbeitet, denke aber dass ich das schon lernen werde. Ebenfalls habe ich ab hier Bergschuhe und Gamaschen. Auch wegen dem Wetter müsste es gehen. Am Montag noch Schnee in den Bergen und danach eine Woche schön. 

Der Seniorchef in seinem General Store in Kennedy Meadows

45.Tag  Kennedy Meadows 13.5.

Bis Kennedy Meadows waren es nur noch ca. 15 Meilen. Meistens ging es bergab. Am Morgen war mein Wasser gefroren. Also zuerst Wasser auftauen und danach Kaffee trinken. Am Morgen musste ich sowieso zuerst überlegen wie ich wieder aus dem Schlafsack herauskam. Ich habe beim Halsbereich Druckknöpfe und mit einer eingenähten Schnur kann ich den oberen Bereich verkleinern. Dies geht ebenfalls bei der Kapuze. Nach 2 Std. laufen waren wir dann in der Sonne. Ich machte mir einen heissen Kaffee und feine warme Haferflocken mit getrockneten Erdbeeren vermischt. Fast so gut wie zu Hause. Um die mittagszeit wartete dann wieder einmal eine Klapperschlange am Wegrand auf Beute. Zum Glück war ich nicht interessant. Andere Hiker berichten, dass sie vielleicht 2 klapperschlangen sahen. Ich mehr als 10 davon. Kurz vor unserem Ziel trafen wir dann auf den Bach der durch Kennedy Meadows fliest. Ich glaube es ist der South Fork River. So viel Wasser wie jetzt führte er vor 20 Jahren. Eine Folge vom vielen Schnee in den Bergen. Unser erster Gang am Ziel führte uns zum General Store wo es ein gutes Essen gab. Ebenfalls überschritten habe ich die 700 Meilen Marke. Jetzt sind es nur noch 1960 Meilen bis nach Kanada. 

South Fork River. Solche sehr viel Wasser führende Flüsse müssen wir manche überqueren.

Zur Abwechslung wieder einmal eine Klapperschlange.

44.Tag  Bäume auf dem Trail 12.5.

Um 6 Uhr war ich schon auf dem Trail. Innerhalb 25Min. hatte ich alles verräumt mein Zelt im Rucksack verstaut und einen Kaffee getrunken. Es war neblig, man sah so wenigstens nicht wie weit es nach oben geht. Unterwegs wurde der Weg immer schwieriger. Viele Bäume in Kalifornien sind recht geschwächt und in den letzten Tagen muss ein Sturm gewütet hat. Jedenfalls mussten wir 3 std. lang über oder unter Bäumen durchkriechen. Es war recht mühsam und zum Teil auch schwierig. Am Mittag konnte ich dann noch recht spektakuläre Fotos und ein Video vom Nebel über den Bergen und der Sonne machen. Am frühen Nachmittag trafen wir noch auf einen Räumungstrupp mit Pferden welcher den PCT freiräumt. Gegen 6 Uhr am Nachmittag waren wir wieder auf dem nächsten Berg auf 8000 Fuss und schlugen dort auch unser Lager auf. 18 Meilen und viele Höhenmeter geschafft. Ich stellte nur das Innenzelt auf und genoss danach die spektakuläre Aussicht auf die Sterne und später auch auf den Vollmond. Irgendwo ganz leise hörte man noch einen Mountain Lion. (Puma)  in der Nacht war es dann recht kalt und ich verkroch mich tief in meinen Schlafsack. 

Dichter Nebel und Sonne wechseln sich ab.

Schwieriges Gelände

Pferde sind gute Helfer um den Trail begehbar zu halten.

43.Tag  nach Kennedy Meadows  11.5. 

Eben hatte ich mein kleines Campinghäuschen bezogen und schon musste ich es wieder aufgeben. Nach einem grossen typisch amerikanischen Zmorge mit Spiegeleiern, Gebratenem Speck, Rösti und Toastbrot mit Konfitüre ging es zurück zum Trail. Doc brachte uns mit seinem uralt Auto an den Walkerpass. Bevor es aber richtig losging wurden mit anderen Leuten am Platz, Trailangels, Pferdebesitzern und Campern noch alle News ausgetauscht. Um ca. 11 Uhr schrieben wir uns ins Trailbuch ein und es ging los. „Bergauf“. Bis am Abend schafften wir 18 Meilen. Nachdem wir bei einem Bach Wasser nachgefüllt hatten war es schon recht dunkel und das Zelt stellte ich im Schein der Stirnlampe auf. Auch das Nachtessen war einfach, nichts warmes wie ich es sonst mache, sondern nur eine Tüte mit Tunfisch mit etwas Brot und kaltes Wasser. 

Das Hikerbuch. Ebenfalls eine interessante Informationsquelle. Wer ist mit wem und wann hier vorbeigekommen.

Trail Angels mit Essen, Getränken und vor allem News über andere Hiker.

Mein kleines Häuschen auf dem Campingplatz mit unerwarteten Gästen.