91.Tag  Mendocino 28.6.

Nach einem wirklich guten Morgenessen im Country Inn ging ich in Richtung Bahnhof. Dort hat es einen Abschnitt von einem riesigen Redwood Tree. ca. 1750 Jahre als als er um 1944 gefällt wurde. Mehrere Meter Durchmesser. Dort kam ich auch mit Catherine, eine ältere Dame, ins Gespräch. Sie lud mich ein bei ihr zu übernachten. (Kinder seid vorsichtig) Sie wohnt in der Nähe von Mendocino. Eigentlich mein Ziel von heute Abend. Der Weg verläuft wieder wie so oft entlang von Strassen. Wenn immer möglich weiche ich zur Küste aus. In Caspar sah ich in einem Anschlagkasten eine Werbung von einer Massagepraxis Nicole in Mendocino. Das wäre einmal etwas anderes als Hiken. Ich ruf an und bekam dann auch prompt einen Termin für eine Rücken und Beinmassage am späteren Nachmittag. Ich schaffte es auch auf die richtige Zeit dorthin. Schwieriger zu finden war dann Catherine. Sie wohnt mit ihrem Hund mitten im Wald. Ein Maler hat mich die letzte Meile noch gefahren. Ich glaube allein hätte ich das nie gefunden. Dort gab es dann noch ein gutes Nachtessen. 

Mendocino ein schönes Küstenstädtchen.

Redwood Tree

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90.Tag Fort Bragg 27.6.

Charlie ist Kochlehrer an einer Highschool in Santa Barbara. Er brachte mich heute morgen nach Fort Bragg. Das ist eine Kleinstadt am Meer mit ca. 6500 Einwohner. Entstanden aus einem Militärlager. Es hat hier viele alte Holzhäuser in allen Farben. Unterkünfte hat es hier mehr als genug. Es gäbe ausserhalb der Stadt sogar einen Campingplatz. Mir war aber nicht so recht nach Zelten zumute. Ich wollte Kleider waschen und vor allem duschen. Zuerst ging ich aufs Tourismus Office. Wandern und Wanderwege war jedoch nicht so recht ihr Fachgebiet also brachte mich die Dame persönlich in ein Büro ganz in der Nähe. Dort sind sie für Wanderwege zuständig. Der Pazifik Coastal Trail gibt es eigentlich nur auf dem Papier und nicht in der Realität. Ab hier gibt es nur viele kleine Stücke von Wanderwegen. Die Landeigentümer sind gar nicht erfreut wenn plötzlich Wanderer über ihr Grundstück laufen. Ich habe mir schon überlegt eine weisse Fahne mitzutragen. Man weiss ja dass in Amerika fast jeder eine Waffe hat und nach Gesetz sein Land verteidigen darf. Also die nächste Dame (Susan) gab mir dann die nötigen Info und am Schuss sogar noch ein ganzes Buch über alle Wanderwege an der Pazifikküste in Kalifornien. Sie habe nur 1 Exemplar. Als Motel fand ich das Country Inn. Ein ganz spezielles Motel. Bekannt für den besten Zmorgä in ganz Fort Bragg. Am Abend brachte Christine die Eigentümerin sogar den Hahn in einen Raum. Gemäss ihr kräht er draussen hinter dem Haus zu früh und das haben nicht alle Gäste gerne. Wäre eigentlich sein Job. 

Das kleine Motel country Inn in Fort Bragg

Am Abend brachte Christine ihren Hahn ins Haus.

Am Morgen früh hatte ich noch Elks welche in der Nähe von meinem Zelt grasen.

 

89.Tag  Im Regenwald 26.6.

Heute morgen machte ich mich früh auf den Weg. Ich wollte so weit wie möglich nach Süden. In etwa 22 Meilen trifft der Trail auf den Highway Nr. 1 an der Küste Kaliforniens. Mitte Vormittag wurde mir dann langsam klar, dass ich dieses Ziel niemals erreichen werde. Durch die Nähe zum Pazifik war jeden Morgen alles voller Nebel und die sehr üppige Vegetation komplett nass. Es regnete zwar nicht aber von den Bäumen tropfte es dauernd ein wenig. Ich kam mir vor wie in einem Urwald. Zunächst dachte ich, es genüge mit Gamaschen. Ich kam nicht einmal aufs WC und war schon komplett nass. Also Regenhosen. An eine Regenjacke war nicht zu denken, dafür ist es zu warm. Der Trail war mehr ein Pfad für die vielen Elks die in diesem Nationalpark frei herumlaufen als für Menschen. Wanderer sind hier sehr selten. Der Trail ging meistens steil auf einen Hügel ca. 800 – 1200 Fuss und dann auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinunter. Bis am Abend schaffte ich nur 18 Meilen aber so viele Höhenmeter wie noch nie auf der ganzen Tour. Am späteren Nachmittag kam ich zu einem Campingplatz welcher mit Hotel Gulch Campsite angeschrieben war. Jedoch keine Spur von Hotel. Ein WC gab es. In der freien Natur. Dort kam ich mit Charlie dem Koch ins Gespräch. Mit ihm kann ich morgen früh in das nächste Dorf mitfahren. 

Wie im Regenwald. Jeden Morgen ist alles nass und Nebel vom Meer.

Manche Bäume sind uralt und riesig. Zum Grössenvergleich mein Rucksack.

Freilufttoilette. Was mit dem Häuschen darum passierte weiss ich nicht.

88.Tag  Bear Camp 25.6.

Meinen ersten Termin hatte ich bei Stève. Er führt in Shelter Cove einen kleinen Laden in welchem er auch einfache Mahlzeiten anbietet. Um 9 Uhr soll es Zmorge geben. Und wirklich. Punkt 9 Uhr öffnet er und 10 min später hatte ich meine pancakes mit vielen Früchten. Wenn ich wieder zuhause bin werde ich Ursula auch um pancakes fragen. Mit viel Ahornsirup. Das gibt Energie. Danach hatte ich es mit Marihuana zu tun. Da der Weg die ersten 6 Meilen auf einer Landstrasse verlief versuchte ich es mit Autostop. Der erste der nach langem anhielt war ein Marihuanapflanzer aus Österreich. Leider fuhr der nur zum nächsten General Store. Der 2. der anhielt war ein junger Amerikaner mit einem uralten zerbeulten Auto. Auf der Beifahrer Seite musste ich durch das Fenster einsteigen. Er brachte mich dann zum hidden valley, dem Startpunkt für meinen Trail. Wir haben uns noch über dies und jenes unterhalten. Er fuhr weg und ich wollte schon loslaufen, da  hörte ich nochmals ein Auto. Er kam zurück und drückte mir eine kleine Handvoll „Gras“ in die Hand. Und weg war er. Ich habe nicht vor das Zeugs zu rauchen und so habe ich es 3 Tage später an den Koch Charly verschenkt. (Marihuana ist legal in Kalifornien) Der Trail war schön und ich kam auch gut vorwärts. Ich habe mir jedoch  vorgestellt, dass ich dazwischen auf Zivilisation stosse. Überhaupt nicht. Hier ist weniger Verkehr als auf dem PCT. Am Abend im Bear Camp am Meer fand ich eine Familie welche jedoch mit dem Schiff gekommen sind. Prompt wurde ich zum Znacht eingeladen. 

Das einzige Gebäude weit und breit. Die Rangerstation und visitor center war geschlossen.

Dieser junge Mann brachte mich mit seinem alten Toyota ins hidden valley. (Den Namen habe ich vergessen)

Steve in seinem Laden und Minirestaurant

87. Tag  Shelter Cove 24.6.

Mein Tagesziel war Shelter Cove welches ich auch um Mittag erreichte. Ich war froh. Der Marsch durch den Sand war anstrengend. Die Natur jedoch faszinierend. Einmal kam ich zu nahe an das Wasser. Bei einer grossen Welle musste ich dann schnell in Richtung Ufer, zum Glück hatte ich Gamaschen an, sonst hätte ich jetzt meine Schuhe mit Wasser gefüllt. Auf einem grossen Felsen im Wasser sassen viele Robben und machten sich lautstark bemerkbar. Tiere hat es hier überall. Einmal lief ich sogar an einem toten ca. 12m langen Wal vorbei. Darauf aufmerksam wurde ich zuerst durch den Gestank. In Shelter Cove fand ich auch ein einfaches Hotel. Duschen, Wäsche waschen und bequem schlafen. Ich fand auch eine Zeittafel für die nächsten Tage, wann jeweils Flut oder Ebbe ist. Sonst weiss ich jeweils nicht ob ich die nächste Etappe am Strand noch machen kann oder besser nicht. 

Robben auf einem Felsen an einem nebligen morgen.

Man ist nie wirklich allein ( im Leben) auch wenn man manchmal allein unterwegs ist.

86.Tag  Am Pazifik 23.6.

Gestern war es fast 22 Uhr bis ich mein Zelt aufgestellt hatte. Ich war müde und schlief auch schnell ein. Mein nächster Streckenabschnitt war die Lost Coast. Ein Küstenabschnitt von ca 45 km ohne Verkehr und völlig naturbelassen. Dafür diverse Tiere. Sogar den Bärenkanister sollte man hier dabei haben. Der ist jedoch unterwegs in die Schweiz. Eine Bewilligung habe ich auch nicht.  Der Pazifik in dieser Gegend ist recht gefährlich. Plakate warnen, nicht zu nahe an das Wasser zu gehen. Auch mit wenig Wind hat es teilweise Wellen von 3m Höhe. Nach einigen Meilen sah ich ein Robbenart, riesige Robben wie Walrösser aber ohne deren Stosszähne. An verschiedenen Orten lagen die am Strand und ich sollte hier durch! Also vorsichtig über jeden kleinen Hügel schauen und dann schnell durch. Ich weiss dass diese Tiere unter Umständen recht schnell sind. Eigentlich ist es hier gar nicht so anders als in den Bergen im Schnee. Der weiche Sand ist wie weicher Schnee. Ausser dass hier die umgefallen Bäume und die Bachüberquerungen, jedenfalls im grösseren Stil, fehlen. Übernachtet habe ich bei einem Bach nach etwa 16 Meilen. Ich wollte weiter, hatte jedoch seit Mittag schmerzen in der rechten Hüfte. Ich muss auch aufpassen dass ich zur rechten Zeit loslaufe. Es hat 2 Streckenabschnitte von je ca. 3 Meilen die bei Flut nicht passierbar sind. Heute morgen war mir nicht mehr ganz wohl. Am Schluss musste ich 2 mal recht schnell um einen Felsen bis die nächste Welle kam. 

Seeelefanten

Um diesen Fels im Hintergrund musste ich schnell wandern.

85.Tag Pazifik Coastal Trail 22.6.

Mein Startpunkt für den neuen PCT (Pacific Coastal Trail) ist Ferndale an der Pazifikküste. Von hier werde ich der Küste entlang Richtung Süden wandern wo ich dann am 9. Juli Ursula am Flughafen von San Francisco abholen werde. Nachdem ich mich von Candido verabschiedet habe ging es auf den Trail welcher an dieser Stelle recht breit ist. Nämlich eine grosse geteerte Strasse. Das war nicht gerade das was ich mir unter einem Trail vorstelle. Die Gegend durch die ich wanderte war hingegen sehr schön. Etwa wie im Greyerzerland im Kanton Freiburg. Kühe, Wiesen, Wald, Blumen, nur dass dahinter der Pazifik anfing. Am späteren Nachmittag kam ich an einen Ort wo ich eigentlich Zelten wollte. Ganz nahe am Pazifik. Gemäss Karte sollte es eigentlich ein Restaurant sein. Weit gefehlt, beim Eingang stand. „Kein Wasser, kein WC, geh weg“. Also musste ich in der Nähe über eine Brücke zu einem Bach hinunterklettern um zu Wasser zu kommen. Der Wind wurde auch immer extremer. Beim weitergehen der Küste entlang wurde ich dauernd fast von der Strasse geworfen. Irgendwann kam ein Farmer und mit dem konnte ich ins nächste Dorf nach Petrolia fahren. Geschlafen habe ich dann in meinem Zelt ganz am Pazifik. Diese Geschichte würde nun aber den Rahmen von meinem Blog definitiv sprengen. 

Dieses Auto hing im Wald in den Bäumen!!

Pazifikküste in der Nähe von Petrolia.

Überall hatte es Rinder auf den Weiden.

Schöne Landschaft. Könnte auch in der Schweiz sein.