81.Tag  weiter nach Norden 18.6.

Ich habe in der Stube auf dem Boden geschlafen. Nach einem guten Zmorge halfen wir Susan ihr Auto mit irgendwelchen Geschenken zu beladen wobei das Auto definitiv zu klein war. Sie ist selbständig und hat einen kleinen Geschenkladen. Später ging es dann weiter auf den Flughafen Seattle und von dort aus mit einem Bus in Richtung Bellingham zur kanadischen Grenze. Und da sitze ich nun und schreibe an meinem Blog. Vorher habe ich mir noch einige Gebete vom Internet auf mein Natel geladen. Kein Witz. Falls ich ein paar Tage allein auf dem Trail bin muss ich mit jemanden reden können. Heute Abend gehen wir in Bellingham zu einem ehemaligen Arbeitskollegen von Candido. Zu Mike, er arbeitet bei der border patrol An der kanadischen Grenze. Vielleicht jener der uns beim Grenzübertritt in die USA bei unseren Kanadaferien vor einigen Jahren so freundlich bedient hat. (Ich sagte zuvor allen Mädchen sie sollen den Grenzbeamten grüssen und freundlich lächeln) PS. Habe heute Mittag an einem Strassenfest beim Wohnort von Susan einige Exemplare von einem Auto gesehen das nur einige Jahre in Irland produziert wurde und durch einen Film bekannt wurde.

Susan, Candido und ihr Sohn All

Ein DeLorean von welchem nur einige 1000 Stk. produziert wurden. Danach ging die Firma Konkurs. Bekannt wurde das Auto auch aus den Filmen. Zurück in die Zukunft. Dort ist das Auto eine Zeitmaschine.

80.Tag  Amtrak  17.6.

Heute stand Zugfahren mit Amtrak auf dem Programm. Ich weiss noch, in der Marienburg in Rheineck machte ich einmal einen Vortrag über Amtrak und jetzt fuhr ich selber mit einem dieser Züge. Zuerst sollte der Zug um 5 Uhr morgens kommen. Nach diversen Verzögerungen, welche Amtrak per SMS mitteilte, wurde es etwa 10 Uhr. Die Fahrt führte uns von Dunsmuir in Kalifornien über Portland in Oregon nach Seattle in Washington. Und da in den USA jeder hinderst und letzte Güterzug Vorrang gegenüber unserem Personenzug hatte wurde es 1 Uhr morgens am nächsten Tag dem Sonntag morgen, bis wir in Seattle waren. Unterwegs wurden wir jedoch im Speisewagen gut bewirtet. Man konnte sich zB. zum Mittagessen anmelden und bekam eine feste Zeit wann man im Speisewagen einen Platz hatte. Sogar einen Kiosk gab es. Der Zug selber ist riesig und doppelstöckig. Hineingelassen wurde man nur wenn man eine Anmeldung hatte und der Name auf irgendeiner Liste stand. Ich habe mit diversen Mitarbeiter gesprochen und bei zweien um ein Photo gebeten. Im ganzen gesehen ein interessanter Tag. Auch die Natur im Westen der USA ist faszinierend und da der Zug meistens eher langsam fuhr sah man auch recht viel. In Seattle wurden wir dann von Susan einer Verwandten von Candido abgeholt und konnten auch bei ihr Zuhause übernachten.

Ein Amtrak Personenzug bei der Station Dunsmuir in Kalifornien

Bevor man hineingelasssen wurde konnte diese Dame das Fenster öffnen und kontrollieren ob man auch ein Billett hatte.

Ein kleiner Kiosk im unteren Geschoss.

 

79.Tag. Nach Dunsmuir 16.6.

Bis Castella waren es gut 20 Meilen und der Weg war einfach. Am Morgen ging es jedoch recht nach oben auf knapp 4700 Fuss. Aber eigentlich bin ich nicht motiviert. Ich weiss nicht so recht wie ich weiterkomme. Allein kann/sollte ich nicht in den Schnee. Zu gefährlich. Candido geht mit dem Zug nach Washington an die kanadische Grenze. Er hat dort sein Auto abgestellt mit der Idee nach Beendigung des PCT damit nach Arizona zurückzufahren. Er fragte mich ob ich auch mitkomme. Wieso nicht. Ich werde beim zurückfahren ein wenig die Schneesituation kontrollieren. Beim postoffice von Castella am Nachmittag haben wir auf den Rucksäcken sitzend etwas gegessen. Da fragte mich eine Frau ob wir eine Transportmöglichkeit suchen. Ja sicher, nach Dunsmuir. Als ich dann jedoch das Auto sah habe ich mir schon überlegt ob es nicht besser wäre zu laufen. Diese Frau lebt in ihrem Auto. Zuerst musste sie das Kochgeschirr vom Beifahrersitz räumen. Das Schlafzimmer befand sich auf dem Rücksitz. Sie tat das auch nicht weil wir so müde aussahen, sondern weil sie Geld brauchte. Ich wusste danach, dass ich sicher eine Dusche brauchte und warum ich die Kleider zu waschen hatte. Wir füllten ihr für 25 Dollar Benzin ins Auto und Candido gab ihr sein Lebensmittel Paket das er nun nicht mehr brauchte. Am Schluss fragte sie mich noch um etwas Geld. Ein Taxi wäre für die 5 Meilen billiger gewesen. Arme Leute gibt es.

Dunsmuir


Deerkitz im Wald

78.Tag  leben auf dem Trail 15.6.

Der Tagesablauf auf dem Trail ist im Moment oft der selbe. Früh im Dunkeln aufstehen, alles zusammenräumen und im Rucksack verstauen, Foodsack welcher weg vom Camp an einer Schnur in einem Baum hängt,  holen. Meistens gehe ich auch am Morgen früh aufs WC mit der kleinen Schaufel ein kleines Loch machen und Geschäft erledigen. Danach gut kontrollieren, dass nichts vergessen geht und ab auf den Trail. Nach einigen Meilen essen wir dann Zmorgä. Etwas einfaches, zB. Haferflocken mit Erdbeeren und einen heissen schwarzen Kaffee. Danach laufe ich möglichst immer etwa 2 Stunden und mache dazwischen kurze Pausen. Wegen dem Mittag und Abendessen mache ich mir keine langen Gedanken. Ich versuche ein bisschen Abwechslung in den Menüplan zu bringen. Das heisst ich habe keinen Plan. Am Abend kam Candido mit der Nachricht, dass er mit dem PCT aufhören werde. Es hat ihm zuviel Schnee und von entgegenkommenden Hikern wissen wir dass nach Castella alles tief verschneit ist und es auch recht gefährlich ist. 

Manchmal ist der Weg ganz einfach zu gehen …

… und manchmal sollte man eine Machete dabeihaben.

77.Tag  Deers  14.6. 

Wegen dem Regenschutz vom Zelt habe ich mich recht geirrt. Am Abend war ich recht müde und durch das anschauen der Sterne schlief ich auch schnell ein. Vor Mitternacht wachte ich auf. Alles war nass. Der Schlafsack, meine Ausrüstung. Das Innenzelt. Aber ich spürte kein Regen?? Ich vermute dass die feuchte Luft Kondenswasser bildete. Alles war nass, auch die Wiese rundherum. Innen blieb der Schlafsack mehr oder weniger trocken und so schlief ich wieder ein. Ich zog alle Kleider in den Schlafsack damit die am Morgen möglichst trocken waren. Ich wachte jedoch oft auf und es war kühl. Dieser Tag brachte uns wieder einmal 4 Meilen Schneewandern wobei ich bei der Routen Wahl oft recht kreativ bin. Wenn ich schon kein Weg sehe, muss ich ihm auch nicht folgen. Diesmal fanden wir uns jedoch plötzlich in einem grossen Staudenfeld wieder. Bis wir uns da durchgekämpft hatten. Heute liefen wir gut 22 Meilen. Trotz Schnee. Habe auch noch ein Video gemacht mit 2 Deers. Normalerweise kommen sie nicht so nahe. Am Abend war mir dann klar was die Tiere so nahe zu uns treibt. Es ist das Salz im Urin. Die warten nur darauf und scharren danach im Boden um an das Salz zu kommen. 

Deers im Lager

Auch mit Eiskrallen schwierig und anstrengend zu gehen.

76.Tag  alles nass  13.6. 

Am Morgen standen wir um 5.30 Uhr auf und waren um viertel nach 6 Uhr auf dem Trail. Das laufen auf diesem Abschnitt ist teils sehr schön und teils recht schwierig. Es hat zum viele Stauden und Büsche die den Weg manchmal mehrere 100m komplett zumachen. Ich halte jeweils die Stöcke vor mir und drücke mich einfach durch das Dickicht. Am Nachmittag war der Weg besser zum laufen. Jetzt sind aber die Moskitos richtig aufgewacht und machen einem das Leben schwer. Was mir hier auffällt. Ich sehe oft ein Deer. Sieht aus wie ein grosses Reh mit langen Ohren. Heute als ich um eine Ecke kam stand ein paar Meter vor mir ein Deer und schaute mich verwundert an ohne sofort wegzurennen. Sie sind weniger scheu als das Wild bei uns. Am Abend beim aufstellen des Zelt kam wieder einmal ein Kolibri zu meinem Rucksack. Vielleicht meint es es sei eine Blüte. Grüner Rucksack und in der Mitte das aufgenähte Schweizerkreuz. Bis zum 5 Uhr schafften wir 18.3 Meilen. Ich könnte mehr laufen aber Candido hat immer noch Probleme mit einem Bein. Gemäss Wetterbericht haben morgen schönes Wetter und so stelle ich mein Zelt ohne den Regenschutz. Hoffe ich irre mich nicht. 

Ein schöner Zeltplatz.

Selber aufgenäht. Anziehungspunkt für Kolibris.

75.Tag  Burney falls 12.6.

Wir waren recht spät dran als wir uns um bald 10 Uhr von allen verabschiedet hatten. Am Morgen gab es noch ein gutes Frühstück. Über den Tag nahmen wir es recht gemütlich. Mitten im Wald fanden wir einen Tisch und diverses zum Essen und trinken. Von trailangels aufgestellt. Ich staune immer wieder über die Gastfreundschaft von den Leuten. Wir nahmen uns auch Zeit um die Burney Falls anzuschauen. Ein grösserer Wasserfall bei dem zusätzlich auch viel Quellwasser aus dem Gestein kommt. Der Fluss unterhalb des Wasserfall ist grösser als oberhalb. Am späteren Nachmittag trafen wir dann beim Rock Creek noch auf weitere Hiker und schlugen dort mitten im Wald auch unser Nachtlager auf. 

Immer in Richtung Kanada.

Überraschung im Wald

Burney falls

74.Tag  Waschtag  11.6.

zero Day in der Burney Mountain Guest Ranch. Die Ranch liegt ein paar 100m neben dem PCT.  Heute war Hausarbeit angesagt. In der Zwischenzeit bin ich ein halber Hausmann. Heute morgen musste ich noch die Hosen reparieren und nähen. Ich war auch froh wieder einmal den Blog nachführen zu können. Ebenfalls habe ich noch Lebensmittel für die nächsten 90 Meilen eingekauft. Das gibt wieder Gewicht!! Dann kommen wir bei Castella das nächstemal ins Tal. Das schönste war aber wieder einmal per Skyp mit der Familie zu reden. Die Eltern haben mich gefragt, ob ich nicht manchmal Heimweh habe. Heimweh habe ich eigentlich nie. (fast nie) Es gibt jeden Tag so viel Neues zu sehen, dass ich gar nicht dazu komme. Heute konnte ich per Telefon mit 4 anderen Schweizern reden. Sie haben alle die Sierra wegen dem vielen Schnee übersprungen und standen nun in Nordkalifornien wieder vor dem gleichen Problem. Alles gute Berggänger die nicht das erstemal im Schnee stehen. Sogar ein Melser war dabei. In einer knappen Woche bin ich auch in Castella. Was dann? Bis jetzt habe ich immer eine Lösung gefunden. Vielleicht weiche ich wiederum auf tiefere Routen aus. Gut ist auch dass ich mit Candido einen einheimischen Hikingpartner habe. Er kennt die Leute und das Land. Das Ziel ist nach wie vor Kanada. 

Burney Mountain Guest Ranch

73.Tag  (31Meilen am Tag) 10.6.

Der Wecker läutete heue morgen um 5 Uhr und um halb 6 Uhr war ich schon auf dem Trail. Ich ging heute allein los. Insgeheim hoffte ich bis nach Burney Mountain Guest Ranch zu kommen. Ca. 31 Meilen. (52km) Ich bin gut in Form, das Wetter war nicht zu heiss und der Trail war eher flach und es hat auf dieser Strecke kein Schnee. Vor Mittag war ich bei der einzigen Wasserstelle die es gab. Ein Wassertank. Als ich näherkam war der Tank leer und von Einschusslöchern durchlöchert. Ich habe im Kopf schon ausgerechnet wie ich mein noch vorhandenes Wasser (knapp 1lt.) rationieren musste um nach Burney zu kommen. Beim genaueren nachsehen entdeckte ich jedoch hinter einem Bretterverschlag einen neueren Tank welcher Wasser enthielt. Super. Die Landschaft in dieser Region ist sehr schön und ich habe viele Fotos gemacht. Am Nachmittag habe ich noch ein Familienausflug von einem Quail gestört. Ich war recht schnell unterwegs und plötzlich hatte ich viele kleine Vögel zwischen meinen Füssen. Ich versuchte keinen zu treffen und die kleinen verstoben in alle Richtungen. Die Mutter pfiff in einem Busch nach Ihnen und kam dann meiner Meinung nach recht wütend heraus und suchte die kleinen wieder zusammen. Um ca. 18.30 Uhr war ich auf dieser Ranch. Seit meiner Militärzeit als ich Uof. abverdiente bin ich nie mehr so weit gelaufen. Ich habe wirklich Freude, dass ich das noch kann. 

Der zerschossene Wassertank. Den neuen haben sie getarnt. Dafür müssen jetzt die Hiker suchen.

Die Landschaft ist auf alten Lavafeldern entstanden

Die Landschaft ist sehr schön.

72.Tag  Old Station 9.6.

Heute hatten wir den ganzen Tag kein Schnee. Mitte Vormittag kamen wir zu Old Station wo eigentlich bei JJ Cafe mein Resuppy Paket sein sollte. Dort war jedoch kein Paket. Dieses war im Post Office 3 Meilen vorher. Also zurück zum Post Office. Gerne hätte ich noch per Skyp mit der Familie gesprochen. Dies funktionierte jedoch nicht da nirgendwo ein rechtes Internet vorhanden war. Wir gingen dann weiter bis es am Nachmittag dann zu regnen anfing. Candido kämpft seit 2 Tagen mit Problemen an einem Bein und ist deshalb langsamer als ich. Ich würde gerne schneller gehen. Nach Old Station machten wir noch einen Abstecher zu den unterirdischen Lavahöhlen. Interessant, ein unterirdischer Lavafluss welcher jetzt zum Teil hohl und begehbar ist. 

Alter Lavafluss

Eingang zu den Lavahöhlen

Wind und Regen am späteren Nachmittag.