122.Tag  Familie Tschirky 29.7.

Am Morgen wollten wir mit dem Touristen trolley zur Crater Lake lodge hinauffahren um dort zu essen. Ich nahm alles mit da ich vorhabe im Verlauf des Tages weiterzuwandern. Nach dem Essen kaufte ich mir den Internet Zugang für einen Tag für 10 Dollar. Hier oben hat man wohl eine super Aussicht auf den Crater Lake aber das schlechteste Internet auf dem ganzen Trail. Es war praktisch nicht möglich Fotos auf den Blog zu laden. Ebenfalls stand Skypen mit der Familie auf dem Programm. Während dem Skypen mit Ursula (ich sass in der Hotel Lobby) kam eine Frau auf mich zu und fragte mich ob ich aus der Schweiz komme. Es stellte sich heraus dass ihr Vater Albin Tschirky um ca. 1920 mit weiteren Brüdern von Weisstannen nach Amerika ausgewandert war. Da ich auch ein wenig an Geschichte interessiert bin, war das sehr spannend was für Berufe die Brüder in Amerika ausgeübt haben, was aus ihnen geworden ist. Sie waren recht erfolgreich in der Holzindustrie und als Farmer. Später schrieb ich dann meinen Namen und Adresse auf einen Zettel und sagte ihr und ihrem Mann (Heidi und Ron), sie seien bei Gelegenheit herzlich bei uns eingeladen wenn sie einmal in die Schweiz kommen. Als ich meinen Namen Gall auf das Blatt schrieb fragte sie mich ob ich einen Peter Gall von Chur kenne. Ja sicher. Das ist vermutlich mein Onkel Peter, selig. So war es denn auch. Er war mehrmals bei diesen Leuten in Amerika zu Gast und hat dort ihre Schweizer Geschichte zusammengestellt. Sogar an die Gitarre konnte sie sich erinnern. Ich wusste diese Geschichte ebenfalls. Peter hat mir davon erzählt. Also ich bin dann für eine Nacht in dieser Lodge geblieben und wir sind zusammen ins Tal gefahren für ein gutes Nachtessen. Es war ein sehr interessanter Abend. Also wir sind jetzt bei diesen Leuten in Amerika eingeladen um zu wandern. Sie haben ihr Haus ganz in der Nähe vom PCT und ich werde mit Ihnen eine Wanderung am Flumserberg machen wenn sie in die Schweiz kommen. 

Ron, Heidi, Catherine und ich im Restaurant vom Manzama Campground bei Crater Lake

Die Crater Lake Lodge wo ich eher unvorhergesehen übernachtete

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121.Tag  Nach Crater Lake 28.7.

Bis nach Crater Lake ist es nur noch 12 Meilen und ich möchte vor dem Mittag dort sein. Wegen dem Schnee hat es viel Schmelzwasser und daher auch überall mosquitos. Gestern haben wir beobachtet dass in der Nähe ein Waldbrand ausgebrochen ist. Heute morgen hatte es im Wald überall ein wenig Rauch. Ich wusste dass das Feuer zu weit weg war um gefährlich zu werden aber es ist schon ein komisches Gefühl durch den Wald zu laufen und überall hat es Rauch. Auch später auf dem Campingplatz war alles voller Rauch. Das Gerücht ging um, dass der PCT gesperrt sei. Kein Problem. Ich wollte sowieso den Rim Trail oben am Kraterrand laufen. Die Aussicht ist super. Auf den Kratersee und nicht die ganze Zeit nur Bäume. Auf dem Camping gab es eine Dusche und ich konnte die Kleider waschen. Ebenfalls hatte ich hierher ein Essen Paket geschickt. Hier traf ich auch auf Ehepaar welche in der Wildnis im Yukon leben. Evelyne ist aus der Schweiz, Terry ist aus Kanada und die beiden leben irgendwo wo es noch kein Stromanschluss gibt. Am Abend haben wir lange miteinander gesprochen. Sie würden sich freuen wenn wir (die ganze Familie) einmal zu Besuch kommen. Kanu fahren, fischen, wandern. Ich denke wir gehen einmal, bin aber nicht sicher ob alle Mädchen Freude daran haben und mitkommen werden. 

In der Mitte ein Wasserloch. Das einzige Wasser im Umkreis von 30km. Und erst noch nicht auf dem Trail. Nur zu finden mit GPS.

120.Tag Mosquitos 27.7.

In dieser Gegend sind die mosquitos sehr lästig. Es hat viel zu viele von denen. Ein kleines Beispiel welches ich nicht im Detail beschreiben möchte. Geht einmal in einem Wald auf die Toilette. Das grosse Geschäft. Innerhalb von 5 Sekunden umschwirren dich ca. 50 mosquitos. Also was tun?? Es gibt nur eine Möglichkeit. Schnell sein. Heute bin ich auch das erste mal mit der mosquito Haube gelaufen. Nicht sehr praktisch die Umgebung durch einen Schleier zu sehen aber viel besser als am Abend voller mosquito Stiche im Zelt zu sitzen. Auch heute machte ich rund 24 Meilen. Um Wasser zu finden mussten wir am Abend noch eine halbe Meile weit in den Wald gehen. Vor einigen Jahren gab es in dieser Region einen Waldbrand und so war das ein recht schwieriger Weg. Das Wasserloch war per GPS markiert. Einen Weg gab es nicht. Schlimmer als in der Wüste. Der Schnee ist hier noch allgegenwärtig. Aber kein Problem zu laufen. 

Unpraktisch aber effektiv. Ein Mosquitonetz über den Kopf.


In höheren Lagen hat es oft noch Schnee und dank dem Schmelzwasser viele mosquitos.

119.Tag  Bärenfrühstück  26.7.

Diesen Mittwoch wollte ich möglichst weit nach Norden kommen. Das Wetter war gut. Bewölkt, das heisst nicht zu heiss und der Trail eher flach. Unterwegs traf ich oft auf Spuren von Bären. Die Bären suchen in den verfaulenden Bäumen nach Insekten und Käfern. So zerlegen sie die Bäume. Das sieht man hier viel auf dem Trail. Einen Bären selber habe ich hier nicht gesehen, nur dessen Frühstückstisch. In unübersichtlichen Waldabschnitten machte ich mit meinen Stöcken eher mehr Lärm, da ich keine Lust hatte plötzlich vor einem Bären zu stehen. In Wäldern wo ich weit sehen konnte verhielt ich mich stiller um eventuell einen Bären zu sehen. Am späteren Vormittag ging es um einen alten Vulkan herum. Recht beschwerlich dauernd auf Steinen zu laufen, auch wenn der Weg selber recht eben ist. Bis am Abend um 7 Uhr machte ich um die 30 Meilen und zuerst dachte ich dass auf diesem PCT Abschnitt wirklich niemand unterwegs ist. Bei einer Quelle im Wald hatte es jedoch noch weitere Hiker. Ich war froh nicht schon wieder allein in einem Lager zu sein. Unterwegs bin ich gerne allein. Am Abend jedoch mit anderen Leuten zu reden tut gut für die Seele. Ich vergleiche solche Gespräche eigentlich wie als Zeitung lesen oder die news im Fernsehen zu sehen. Man ist ja sonst von allen Info angeschnitten.

118.Tag  Rogue River national forest 25.7.

letzte Nacht hat es ein wenig geregnet. Am Morgen war jedoch alles wieder trocken. Auf dem Trail waren alle Spuren verwischt bis auf eine neue welche von einem Wolf oder einem Mountain Lion stammen musste. Die Spuren waren viel grösser als die eines Coyotes welche man oft sieht. Ich stand früh auf und war richtig froh Mitte Vormittag auf andere Leute zu treffen. PCT Hiker gibt es noch, sie sind jedoch rar. Die meisten sind Wanderer für einige Tage auf dem Trail. Am Mittag fand ich noch ein See um ein wenig zu schwimmen. Bis am Abend machte ich etwas mehr als 23 Meilen. 

Morgenstimmung auf dem Trail.

Ein schöner Platz für das Mittagessen ink. einem schwimmen danach.

117.Tag. Welcom in Oregon 24.7.

Ich habe immer gesagt dass ich die Zeit in Amerika aufteile in die Zeit bevor Ursula kommt und die Zeit danach. Und jetzt ist die Zeit danach. Heute nach 12 Uhr brachte uns ein Taxi zum Flughafen und ich ging, nachdem ich mich von Ursula verabschiedet habe, mit dem gleichen Taxi zurück nach Ashland und von dort auf den Trail. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen. Zuerst 3 Tage in San Francisco dann mehr als eine Woche auf dem PCT während dessen wir fast 270 km und viele Höhenmeter zurückgelegt haben. Die letzten Tage waren wir noch in Ashland und Medford. Eigentlich fehlt Sie jetzt schon. Auf dem PCT waren wir ein gutes Team wo jeder seine Aufgaben hatte beim campieren. Meine Stimmung wurde auch nicht besser als mich der Taxifahrer nach einer Pistole fragte. Das wäre gut, da es auf den nächsten 100meilen viele Bären, Pumas und 3 Rudel Wölfe mit ca. 100 Tieren gäbe. Leider habe ich jedoch keine Pistole dabei. Ich war nach 13 Uhr zurück auf dem PCT und war am Anfang gar nicht motiviert zu laufen. Bis am Abend machte ich dann doch um die 13 Meilen.  

Ursula auf dem Flughafen von Medford.

116.Tag  Resupply für Oregon erledigen 23.7.

Heute gingen wir für die nächsten 400 Meilen einkaufen. Ich sehe jeweils so viele gute Sachen zum Essen und die amerikanischen Supermärkte sind riesig. Dummerweise muss ich jedoch alles herumtragen und das schränkt doch ziemlich ein. Also alles dehydrierte Lebensmittel. Danach überlegen, wohin die Pakete schicken. Mit UPS oder der amerikanischen Post. Ich mache jeweils so ein Paket für ca. 90 – 110 Meilen. Am Schluss hatte ich fast zu viel eingekauft und so werde ich etwas noch Ursula mitgeben. Zwieback oder trockenes Brot gibt es hier nicht zu kaufen. Also selber machen. Diesmal im Badezimmer vom Hotel. Zuerst das Brot aufschneiden und danach 3 Std an die Sonne und fertig ist mein haltbares Trockenbrot. Ich habe auch ein wenig Salami und Käse dabei. Es geht nichts über gutes Essen. Vor allem wenn man eigentlich mehr als 5000 Kalorien pro Tag braucht. 

Herstellung von Trockenbrot.

Am Abend bevor Ursula heimfliegt gingen wir noch Fisch essen.

Ursula mit Verpflegung für ca. 100 Meilen.